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Die Musikgeschichte ist mit den Zeitgenossen des großen
Wolfgang Amadeus Mozart nicht eben freundlich umgegangen. Und auch
wenn Leopold Anton Kozeluch das Schicksal eines Antonio Salieri,
gleich als Mörder des Götterlieblings verdächtigt
zu werden, erspart blieb, galt der Hofkompositeur Kaiser Franz II.
doch lange Zeit nur als intriganter und obendrein noch mäßig
begabter Wegbegleiter.
Mit der Gesamtaufnahme seines 1787 für die Wiener Tonkünstlersozietät
komponierten Oratoriums „Moisè in Egitto“ haben
sich derlei Vorurteile wohl endgültig erledigt. Denn Kozeluch
entpuppt sich hier als ebenso leidenschaftlicher wie musikalisch
versierter Tonkünstler. Er ersetzt die unflexiblen Secco- durch
einfallsreich orchestrierte Accompagnato-Rezitative und entwirft
erstaunlich modern anmutende, psychologisch vertiefte Charakterstudien
der vier biblischen Hauptfiguren.
Wie diese Rollen eindrucksvoll und bewegend interpretiert werden
können, zeigen vor allem die kristallklaren, wundervoll ausbalancierten
Sopranstimmen von Simone Kermes (Merime) und Linda Perillo (Aaron).
Die sensible Tongebung, das sichere Stilgefühl und die spürbare
Begeisterung für das unbekannte Werk teilt sich ihren männlichen
Partnern Markus Schäfer (Moses) und Tom Sol (Pharao) leider
nicht vollständig, aber doch in ausreichendem Maße mit.
Die Rheinische Kantorei und „Das kleine Konzert“ unter
der Leitung von Hermann Max begleiten das solistische Geschehen
gewohnt aufmerksam, verlässlich und anspornend.
Zweifellos eine der lohnendsten Ausgrabungen dieses Jahres!
Leopold Anton Kozeluch:
Moisè in Egitto, cpo, 2 CDs 
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